08.04.2021Mina - der erste KI-basierte Chatbot für die Verbesserung deiner Mentalen Gesundheit

Frederik Ventzke
CEO & Founder
Mina Chatbot

Im letzten Jahr haben wir begonnen an Mina zu arbeiten, einem KI-basierten Chatbot. In diesem Artikel erläutern wir welche Herausforderungen zu meistern sind, wenn es um Conversational Experience, Künstliche Intelligenz und die Entwicklung eines Chatbots für die Mentale Gesundheit geht.

Wer ist Mina und wie kann Mina helfen deine Mentale Gesundheit zu verbessern?

Mina ist der erste KI-basierte Chatbot für Psychotherapie, der auf kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) basiert. Mina ist in der Lage datenbasierte Entscheidungen zu treffen und die Art der Therapie dynamisch anzupassen. Mit der datengesteuerten Therapieform wird die Aufmerksamkeit des Klienten besser auf seine Wünsche, Ziele und damit auf seine Zukunft gerichtet.

Folgende Psychotherapie-Kurse werden bei Mina zur Verfügung stehen:

  • Prüfungsangst
  • Entscheidungsschwierigkeiten
  • Mobbing
  • Lebenskrisen
  • Burnout
  • Niedergeschlagenheit
  • Unsicherheit
  • Orientierungslosigkeit
  • Trennung
  • Leichte Depressionen
  • Trauer
  • Angst & Panikstörungen
  • Zwischenmenschliche Konflikte
  • Stimmungsschwankungen
  • Liebeskummer
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
Mina Chatbot Logo

Was ist eine Conversational Experience (CUX) bei einem Chatbot?

Conversational User Experience ist ein Sammelbegriff für Chatbots, Messenger-Bots, Voicebots und Assistants. Ziel guter CUX ist es, dass eine Mensch-Computer-Interaktion durch sprachbasierte Technologie einem menschlichen Gespräch möglichst nahekommt. Nutzer sollen mit dem Computer wie mit einer realen Person in einen Dialog treten können. Typische Beispiele für Conversational User Interfaces sind Virtueller Assistenten und Chatbots.

Die technische Grundlage für CUX schafft unter anderem NLP (Natural Language Processing) und das Dialogmanagement, um Gespräche so natürlich und effizient wie möglich zu gestalten. Von dem Abgleich der Nutzerabsicht (intent matching) bis hin zur Stimmungsanalyse (sentiment analysis). Im Kern geht es bei Conversational User Experience darum, der Technologie ein menschlicheres Gesicht zu verleihen, das weniger maschinell ist. Stattdessen soll sich eine Kommunikation mit einer guten CUX persönlicher anfühlen. Der Austausch kann sprachbasiert (Alexa, Siri, Google) oder textbasiert (Chatbot) sein.

Traditionelle (statische) Schnittstellen präsentieren potenzielle Kundeninformationen über textbasierte Dialoge, Grafiken und Videos. Obwohl diese Art von Inhalten sicherlich hilfreich sein kann, handelt es sich letztendlich aber um eine einseitige Informationsübertragung. Durch Konversationsführung können Benutzer steuern welche Informationen und in welcher Reihenfolge sie diese erhalten. Auf der anderen Seite können dem Benutzer Details zu einer Vielzahl von Themen zur Verfügung gestellt werden, ohne die Benutzeroberfläche mit einer nicht unterstützbaren und verwirrenden Menge an Inhalten zu überladen.

Wo kommt die Künstliche Intelligenz (KI) bei Mina ins Spiel?

Bei dem MinaBot gibt es verschiedene Stellen an denen wir mit Künstlicher Intelligenz arbeiten. Als erstes gehen wir auf das Thema NLP (KI als Spracherkennung) ein und erläutern danach das interessante Feld des Machine Learnings (ML als datenbasierte Entscheidungshilfe).

Natural Language Processing (NLP)

Natural Language Processing ist eine Technologie, die zum Ziel hat, dass Computer und Menschen auf gleicher Augenhöhe miteinander kommunizieren können. NLP verknüpft Erkenntnisse aus der Linguistik mit neuesten Methoden der Computerwissenschaft und der Künstlichen Intelligenz.

Damit Natural Language Processing funktioniert, muss zunächst an der Spracherkennung gearbeitet werden. NLP wird als zukunftsträchtige Technologie im Bereich HCI für die Steuerung von Geräten oder Webanwendungen gesehen. So basierte zum Beispiel die Arbeit von Chatbots oder digitalen Sprachassistenten auf diesem Prinzip.

Machine Learning (ML)

Machine Learning ist ein Teilbereich der Künstlichen Intelligenz. Mithilfe des maschinellen Lernens werden IT-Systeme in die Lage versetzt, auf Basis vorhandener Datenbestände und Algorithmen Muster und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und Lösungen zu entwickeln. Es wird quasi künstliches Wissen aus Erfahrungen generiert. Die aus den Daten gewonnenen Erkenntnisse lassen sich verallgemeinern und für neue Problemlösungen oder für die Analyse von bisher unbekannten Daten verwenden.

Damit die Software eigenständig lernen und Lösungen finden kann, ist ein vorheriges Handeln von Menschen notwendig. Beispielsweise müssen die Systeme zunächst mit den für das Lernen relevanten Daten und Algorithmen versorgt werden. Zudem sind Regeln für die Analyse des Datenbestands und das Erkennen der Muster aufzustellen

Welche Probleme löst der MinaBot?

  • Zu Pandemiezeiten wie COVID-19 können aufgrund von Lockdowns immer weniger Menschen eine lokale Psychotherapie wahrnehmen, obwohl die Nachfrage deutlich gestiegen ist.
  • 100 EUR pro Stunde für eine private Psychotherapie oder ein individuelles Coaching können sich viele Leute nicht dauerhaft leisten.
  • Wochenlanges warten auf einen Therapieplatz und lange Anfahrtswege sind oft ein Problem. Wöchentliche Sitzungen sind also sehr zeitintensiv.
  • Das persönliche Besprechen der eigenen Probleme mit einem fremden Therapeuten ist für viele immer noch mit Scham behaftet.

Welche Lösungen bietet Mina in Bezug auf klassische Therapieangebote?

Ortsunabhängig - kontaktlos

Digitale Therapiestunden mit Mina können bequem von Zuhause aus durchgeführt werden, es besteht keine Ansteckungsgefahr bei Lockdowns.

Bezahlbar - bis zu 90% Ersparnis

10 Therapiesitzungen kosten i.d.R 1000€. Die gleichen therapeutischen Leistungen erhältst du mit dem Mina Chatbot für ca. 75€.

Zeitersparnis - keine Wartezeiten

Therapiesitzungen mit dem Mina Chatbot sind zu jeder Tageszeit verfügbar. Lange Anfahrtswege und wochenlange Wartezeiten auf Termine sind somit hinfällig.

Anonym - Schutz deiner Privatsphäre

Patienten können ihr Anliegen ohne Schamgefühl mitteilen. Ein Vertrauensaufbau zu fremden Personen ist nicht notwendig und es gibt keinen Vermerk in der eigenen Krankenakte.

Welche Herausforderungen sind bei der Entwicklung eines Chatbots zu beachten?

Wie bei jeder digitalen Produktentwicklung stehen am Anfang mehrere Kernfragen;
1. Gibt es das Problem aus unserer These überhaupt bei Nutzern?
2. Wird unser Produkt das Problem von Nutzern lösen können und wenn ja, wie?
3. Aus welchen Funktionen könnte die erste MVP Version bestehen?
4. Mit welchen Mitteln und Iterationen (Fassade aufbauen um zu testen) schaffen wir es, in erste User-Testings zu gehen, um unsere These (Problemlösung) zu validieren?

sequence diagram chatbot UML

Sequenzdiagramm Mina - Visualisierung UML (Unified Modeling Language)

Zu Beginn einer digitalen Produktentwicklung (MVP) sollten die Kosten so gering wie möglich gehalten werden. Es geht um schnelles Testen, was in den meisten Fällen anhand eines interaktiven Prototypen vorgenommen werden kann. Im Fall von Mina benutzen wir das No-code Chatbot Tool von Landbot.io. Mit Hilfe von Landbot sind wir in der Lage, ohne eine Zeile Code zu schreiben, unsere Conversational Experience zu testen, indem wir eine erste Conversational Experience (Testdialoge als CX) aufbauen und diese mit einem kleinen Kreis an Nutzern teilen. Das daraus reslutierende User-Feedback können wir direkt verarbeiten und somit die Produktidee weiter validieren.

Die Phase vor Feinkonzeption und Entwicklung des MVPs (Minimum Viable Product) nennen wir Fassadenbildung bzw. Minimum Loveable Product (MLP). Damit meinen wir die erste Ausarbeitung einer Produktidee, für welche es noch keine technische Lösung gibt. Anhand der Fassade können jedoch schon sehr wichtige Rückmeldungen gewonnen werden, ob das Produkt Product-Market Fit erreichen könnte.

Zurück zu Mina. Die technische Entwicklung einer Chatbot App stellt keine großen Herausforderungen dar. Im Fall von Mina arbeiten wir mit einer Cross-Platform Lösung auf Basis von React Native. Die eigentliche Herausforderung ist es die unzähligen Inhalte (mehrere 100 Seiten therapeutische Gesprächsführung) in einem CMS zu verwalten.

Es muss also ein CMS gefunden werden (Eigenentwicklung kann folgen), welches
a) fähig ist verschiedene Use-Cases abzudecken,
b) technisch flexibel (Anpassbarkeit Schnittstelle),
c) bezahlbar,
d) und skalierbar ist.

©Landbot.io: Mit "Bricks" lassen sich komplexe Dialoge in Bausteine zusammenfassen

Als schnelle Lösung wollten wir das Prototyping Tool Landbot an das Frontend des Chatbots hängen, mit dieser Brücke wäre der Content weiter in Landbot updatebar gewesen und wir hätten kein separates CMS benötigt. Jedoch hat sich schnell herausgestellt, dass die API von Landbot nicht flexibel genug ist. Warum?

Bei der Benutzung eines Chatbots als Daily Tool (Gesprächstherapeuten) ist es wichtig, dass der Nutzer die Möglichkeit hat seine bisherigen Dialoge zurückzuverfolgen bzw. nicht immer wieder von vorne starten muss. Es ist also notwendig eine User-History anzulegen, welche individuelle User-Eingaben (Name, Alter, Historie, etc.) speichert.

Für welches CMS haben wir uns entschieden?

Letztendlich sind wir auf die Open-Source AI Chatbot Platform botpress.io aufmerksam geworden und verwenden diese als Content Management System. Das Drag & Drop Interface von botpress ist zwar etwas technischer aufgebaut als das von Landbot, jedoch ist das gesamte System und vor allem die API flexibler.

botpress

©botpress.com: Drag & Drop Interface Productive Studio

Wann wird Mina in den Stores verfügbar sein und wie sieht die Roadmap aus?

Chatbot Prüfungsangst

Als ersten Kurs behandelt Mina das Thema der Prüfungsangst und coacht dabei langfristig Schüler sowie Studenten, die an Lernblockaden leiden. Anhand von kognitiver Verhaltenstherapie und individuellem Coaching wird der Nutzer durch Mina unterstützt, sodass er stressige Lernphasen mental besser überstehen kann.

Aktuell befindet sich die Psychotherapie Chatbot App Mina in ersten User-Testings. Parallel bauen wir die technische Infrastruktur so auf, dass die Architektur zur jederzeit skalierbar bleibt. Die erste Version von Mina wird es in Q3 2021 geben, Ende 2021 werden sukzessive weitere Therapie-Kurse folgen. Die Integration der oben angesprochenen KI wird in 2022 erfolgen, dadurch wird Mina in der Lage sein selbständig datenbasierte Entscheidungen zu treffen. Langfristig soll Mina ein medizinisches Produkt werden, deren Kosten von Krankenkassen übernommen werden.

Wann ist meine App/Software offiziell ein Medizinprodukt?

„Medizinprodukt“ bezeichnet ein Instrument, einen Apparat, ein Gerät, eine Software, ein Implantat, ein Reagenz, ein Material oder einen anderen Gegenstand, das dem Hersteller zufolge für Menschen bestimmt ist und allein oder in Kombination einen oder mehrere spezifische medizinischen Zwecke erfüllen soll.

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Frederik Ventzke
CEO & Founder

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